Tote Hose ohne Blog-Promotion?
17 08 2007Genau, und deshalb ist das Fixingblog auch noch so wahnsinnig erfolgreich, weil fast keine Blog-Promotion beim Start betrieben wurde (ich sach nur: Leise und subversiv zum viralen Erfolg).
Wer ein erfolgreiches Blog betreiben will, sollte nicht davon ausgehen, dass hierbei allein die Losung zählt: Content is King! Das ist in der Tat ein Mythos in der Blogosphäre
Ich kann es nicht mehr hörenEs kotzt mich an. Das “erfolgreiche Blog” interessiert schlussendlich nur Werbetreibende, Bezahlblogger, die Adsense- und Affiliate-HTML-Umweltverschmutzer sowie die Gruppe der bloggenden Journalisten. Alle anderen (die “echten” Blogger) scheren sich (hoffentlich) einen Dreck um den Erfolg. Sie geben einfach nur ihre Meinung zum besten. Ob sie 5 oder 5000 Leser haben - wen juckts?
Natürlich sind gute Inhalte die wichtigste Voraussetzung für den steigenden Traffic auf den eigenen Seiten.
“Steigender Traffic” - womöglich mit “Paid Content”? Das war doch mal das Erfolgsgeheimnis, nicht der Traffic. Und morgen ist es das Nacktbild auf der eigenen Homepage, wetten?
Hierbei konkurriert jeder Blogger in der Aufmerksamkeitsökonomie mit anderen Blog- und Medienangeboten und unterliegt einem Content-Darwinismus.
Genau das tut er eben nicht, denn im Internet ist Platz für alle, für die steroid-gedopten Megablogger wie die nerdig-pickeligen Z-Blogger. Wer das heute, im Jahr 2007, noch nicht kapiert hat, sollte (Ergänzung der eigenen Phantasie überlassen).
Warum soll also gerade das eigene Corporate Blog von anderen besser gefunden und genutzt werden?
Ja aber hallo, jetzt wirds Tag, das Corporate Blog also, schlicht und einfach Werbung, um es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen. Also bitte, leite mich, warum ich denn das CB finden sollte.
Die Kunst besteht nunmehr darin, Verkehrsysteme online so aufzusetzen, dass die Blogleser ihren Weg zum Blogangebot überhaupt finden. Von selbst verlinkt sich ein Blog nicht und entfaltet auch keine Google-Wirkung […] wieder kommen sie aber erst, wenn wir ihnen jeweils einen eindeutigen, nicht nur unterhaltsamen Mehrwert bieten, den sie nicht schon woanders gefunden haben.
Hab schon viele “Business-Blogs” gelesen. Hab schon viele besucht, wieder besucht, im RSS-Reader gespeichert und wieder gelöscht. Habe mich amüsiert, habe mich geärgert, habe gelacht, habe geweint. Habe viele BBs via Google gefunden.
Habe aber nur an drei gedacht, um sie vielleicht bei Aufträgen zu berücksichtigen. Nicht, weil mir das Blog so dermaßen sympathisch, ihr Xing-Profil so aufschlussreich, ihre Forenbeiträge so kompetent, ihre flickr-Sammlungen so wunderschön waren, sondern weil wir uns in die Augen geschaut hatten. Getroffen hatten wir uns, weil wir und unsere Blogs auf einer Wellenlänge lagen.
Wenn ich gefragt werde, wie viel Zeit man für das Corporate Blogging eigentlich aufwänden müsse, erläutere ich immer, dass man dafür in der Regel mindestens eine Stunde am Tag […]
Wenn ich sowas gefragt werde (und das ist - man höre und staune - tatsächlich schon vorgekommmen), dann antworte ich: Nichts. Nehmt eure Energie und steckt sie in was anderes statt in Business-Blogs. Ihr könnt nur verlieren oder bestenfalls gar nichts erreichen1.
[…]der Rest entsteht durch die Online-Recherche und den Aufbau und die Pflege von Online Relations.
“Online-Relations” - die WoH-Redaktion übersetzt: virtuelle Beziehung zwischen Menschen ohne Außenkontakt, meist unter Verfettung und Darmverschluss leidend.
Es gibt durchaus einfache Strategien, mit denen Blogger den Stellenwert ihres redaktionellen Angebots verbessern können[…]
Mein lieber Herr Gesangsverein, “Corporate-Blog” und “redaktionelles Angebot” verhalten sich in etwa so wie “Beelzebub” und “Weihwasser”, das muss einfach mal gesagt werden.
Hoffentlich erleben wir bald eine “Deprofessionalisierung der Blogosphäre”, ich kanns kaum erwarten.
–
1 Zur Erklärung: Ich habe immer noch die maschinenbau- und drehteilegefärbte B2B-Brille auf. Andere Branchen, andere Sitten. Es fühle sich bitte niemand von meinem Elaborat davon abgehalten, selbst ein Business-Blog zu starten.