Kleiner Messerundgang
01 12 2006Heute möchte ich mit meinen 5 Lesern einen kleinen Messenachrundgang über die SPS/IPC/DRIVES machen.

Das Bild, aufgenommen am ersten Messetag so gegen 8.00 Uhr, lässt es zwar kaum vermuten, aber Messemüdigkeit ist bei dieser Veranstaltung nicht zu spüren: 1.203 Aussteller (2002: 779) und über 43.000 Besucher (2002: knapp 23.000) drängten sich in 8 Hallen.
Gegenüber 1995 (meine erste SPS, damals noch in Sindelfingen) hat sich sehr viel geändert. Waren es zu Beginn meist noch die berüchtigten “Hasenställe”, in denen das Standpersonal nicht gerade artgerecht gehalten wurde, sind heute über die Hälfte der Stände mit 5 m Höhe und reichlich Fläche ausgestattet. Dominierte vor mehr als einer Dekade noch das schlichte Weiß die Standgestaltung, kommen mittlerweile viele Ausstellungsflächen in knallbunter Optik und mit aufwändiger Beleuchtung daher. Und ja, heute sind die Besucher viel informierter über Produkte und Einsatzmöglichkeiten als früher, auch dank Internet.
Aber es war auch ein Gegentrend zu beobachten. 2005 plärrten Showgirls und -master noch von allen Nachbarständen um die Gunst der Vorbeiziehenden, in diesem Jahr standen zum ersten Mal wieder die Produkte im Vordergrund. Auf meinem kurzen Rundgang durch 3 Hallen (die Aussage ist also nicht repräsentativ) fiel mir nur ein Ringelpiez mit mäßigem Zuschauerinteresse auf. Es wandelte auch kein halbnacktes, körperbemaltes Messebabe mehr durch die Hallen (Gegentrend s. auch bei Nicole).
Zorno hat den Tod der Messe schon vorausgesagt (1, 2). Er hat nicht Unrecht, besonders, was den Kostenfaktor angeht, aber ich habe das Gefühl, dass die Stärken einer Messe gegenüber der “Produktmesse Internet” wieder an Oberhand gewinnen: das persönliche Gespräch, die Haptik und der (steinigt mich bitte nicht) “Eventcharakter”. Internet und Messe werden sich (zumindest im B2B-Bereich) noch einige Jahre ergänzen.