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Ambivalenter Marketing-Diskurs

Auslese

Missions: eine Frage nach Sinn und Zweck auf Grund aktueller Viralaktivität

09 08 2007

Missions (neusprech für “Unternehmensleitbild”, manchmal auch “Corporate Identity” oder “~ Behaviour”) sind sowas von Marketing 1.0, dass es unglaubwürdiger und selbstbeweihräuchernder kaum mehr möglich ist. Jedes Unternehmen kratzt sie in eine Steintafel, weil es der Bank oder anderen Steckenhaltern so gefällt. Zu vermuten, dass das Management selbst daran glaubt, könnte schwerfallen.

So gibt es z.B. die Mission einer Agentur, die mit einer Portalseite eingeleitet wird

ars-mission

und fröhlich in der Art auf 10 “Slides” weitermacht (Hervorhebungen von mir)

Wir sind strikt lösungsorientiert, denn der Erfolg unserer Kunden ist auch unser Erfolg
[…]
Erfolg entsteht durch kreative Kommunikation, die von der Norm abweicht, positive Aufmerksamkeit erzeugt und dadurch messbare Veränderungen bewirkt[…]
[…]
wenn sie [Anm.: eine gute Idee] Menschen und Marken so bewegt, wie es den Zielen unserer Kunden entspricht.
[…]
[…] Aber wir nutzen auch unsere Erfahrung und das Einfühlungsvermögen in Kunden und Konsumenten.
[…]
[….] Wir sind loyal, aufmerksam und ehrlich untereinander, mit unseren Kunden und mit unseren Partnern.

Wenn wir diese Mission mit den Vorgängen um BooCompany und die verlorenen StudiVZ-Viralviedeos verknüpfen, dann entsteht Meinungsbildung, z.B. über die Agentur oder die Kunden. Das könnte der Agentur nicht gefallen.

Anspruch und Wirklichkeit scheinen wieder durch Welten getrennt. Früher oder später macht jede Verfehlung die Runde, das weiß bestimmt jeder. Dann heißt es vielleicht Krisenmanagement vorbereiten und die Mission in die Tonne treten.

Kommentare (1) zu “Missions: eine Frage nach Sinn und Zweck auf Grund aktueller Viralaktivität”

  1. Chat Atkins schrieb:

    A mission is a mist that vanishes as soon as the sun shines upon it.

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